Wieder Nazi-Devotionalien bei Lüchower Flohmarkt

Auf dem Lüchower Flohmarkt ist am ersten Mai aufs Neue Nazi-Müll verkauft worden. Wie bereits im Oktober vergangenen Jahres ein antifaschistischer Spaziergang über den Flohmarkt deutlich machte und die Elbe-Jeetzel-Zeitung berichtete, ist der Verkauf von Materialien aus der Nazizeit sowie anderen rechtsradikalen Fanartikeln beim Lüchower Flohmarkt kein neues Phänomen. Beim extrem gut besuchten Flohmarkt zum Maifeiertag konnten etwa folgende NS-Antiquitäten und sonstiges Material mit Bezug zum Nationalsozialismus erworben werden:

“Der Adler” Band IV mit den Ausgaben von 1942, eine Propagandazeitschrift der Luftwaffe, samt Hakenkreuz auf dem Buchcover

“Meyers Volksatlas”, Rassenkunde der Nazis, Auflage von 1941
Eine Fotographie eines Mitglieds der Kriegsmarine. Gut sichtbar an der Uniform: Reichsadler mit Hakenkreuz
Urkunde zur Teilnahme am ersten Weltkrieg, verliehen 1935, “Im Namen des Führers und Reichskanzlers”. Das gestempelte Hakenkreuz ist durch einen Aufkleber unkenntlich gemacht
Eisernes Kreuz mit eingelassenem Hakenkreuz (verdeckt, am Rand zu erkennen), dazu Aufnäher mit Wehrmachtssprüchen “Klagt nicht, kämpft!” und “Hart und zäh”, die von Wehrmachtsfallschirmjägern verwendet und geprägt worden sind

Der Betreiber des Flohmarktes, Matthias Strauch, scheint das Problem trotz anders klingender Äußerungen nach der letzten Intervention nach wie vor nicht ernst zu nehmen. Dabei heißt es in der Marktordnung vom Betreiber selbst, dass unter anderem der Verkauf von “NS-Material” nicht erlaubt sei. Diese fanden sich beim letzten Flohmarkt allerdings gleich an mehreren Ständen.

Auch Waffen sollten eigentlich vom Verkauf ausgeschlossen sein. Ob Stahlhelme, ebenfalls auf dem Flohmarkt von vergangenem Mittwoch ausgestellt, unter das Waffenverbot fallen oder nicht, mag Interpretationssache sein. Im Bild mit der Kriegsteilnahmeurkunde jedoch ist ebenfalls ein Kurzschwert zu sehen. Die Zielgruppen solcher Waren dürften sich derweil überschneiden.

Im Oktober vergangenen Jahres hatten Antifaschist_innen aufgezählt, dass auf dem Lüchower Flohmarkt unter anderem eine abgewandelte Reichskriegsfahne, Verleihurkunden des Führers für Eiserne Kreuze, eine Ausgabe von “Mein Kampf”, weiterer Militaria-Müll sowie Drucksachen aus der NS-Zeit inklusive üblichem Hakenkreuzstempel zu kaufen gewesen waren. Sie hatten darauf mit einem antifaschistischen Spaziergang über den Markt und durch die Stadt sowie mit Flugblättern aufmerksam gemacht.