Neues Statement zu Aktionen an wendländischen Ehrenmälern

Beschmiertes Ehrenmal in Güstritz trauert “Für die Heimat” (Quelle: EJZ)

Kurz vor dem staatlichen Volkstrauertag hat sich die “Gruppe ‘Deutschland, du mieses Stück Scheiße’, hurra”, die in den vergangenen Wochen Ehrenmäler im Landkreis umgestaltet hatte, erneut zu Wort gemeldet. In einem Schreiben auf dem linksradikalen Portal de.indymedia.org heißt es: “Wir haben in der Nacht auf den 17. November zwei Denkmäler im Osten sowie eines im Süden des Landkreises mit Farbe angegriffen. Wir hoffen, dass sich die Feiernden des Volkstrauertags am Sonntag beim Abwurf ihrer geschmacklosen Kränze und dem Absingen des Deutschlandliedes an den Farben und Farbresten erfreuen werden.” Man habe in den vergangenen Wochen mehr als ein dutzend der Anlagen attackiert.

Außerdem werden die Aktionen gegen die Ehrenmäler noch ein mal ausführlicher begründet und in den politischen Kontext der Region eingebettet: “Sie sind eine Karikatur der so oft zu ihrer Verteidigung angeführten Trauer. Sie sind die in Stein gemeißelte Unfähigkeit zur Trauer, die grenzenlose Empathielosigkeit mit den Opfern und die familiär verwickelte Schuldabwehr, in der aus Tätern diejenigen werden, die irgendwie eigentlich Opfer gewesen sein müssen. Darum ist jeder Bezug auf eine Trauer, eine würdevolle gar, die in Stellung gebracht wird gegen antifaschistische Intervention, sei es in Lüneburg, sei es an den wendländischen Ehrenmälern, eine Farce, eine Verhöhnung. Erinnerung im Sinne der Opfer des nationalsozialistischen Wütens ist untrennbar verknüpft mit der Maxime, alles zu tun, damit es nicht noch ein mal geschehe. Im Sinne der antifaschistischen Bewegung in Deutschland heute bedeutet dies: Erinnern heißt Kämpfen!” In Lüneburg hatte es massive Auseinandersetzungen um die Teilnahme der AfD an einer städtischen Gedenkveranstaltung am Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus gegeben, bei der die Stadt eine Kundgebung der Antifaschistischen Aktion Lüneburg-Uelzen per Auflage von der Veranstaltung fernhalten wollte. Die nahm dann aber mit dutzenden Teilnehmer_innen still am städtischen Gedenken teil und schirmte AfD-Politiker_innen mit Regenschirmen ab.

Zuerst hatte die Gruppe vor sechs Wochen mit einem Aufruf von sich Reden gemacht. Da schrieb sie: “Am 18. November ist “Volkstrauertag”. An diesem Feiertag versammeln sich diverse nationalistische Gruppen bis hin zu offenen Neonazis an den Ehrenmälern, um gemenisam ihre deutschen Werte zu zelebrieren: Stolz, Ehre, Männlichkeit & Vaterland. Wir rufen dazu auf, bis zu diesem Termin möglichst viele der Betonklötze, Steinsoldaten, Eisernen Kreuze und Steelen mit Farbe anzugreifen oder gleich ganz zu zerstören, um den Schweinebanden ihre Feiern zu vermiesen!” In der Elbe-Jeetzel-Zeitung wurde mehrfach über einzelne Aktionen berichtet und per Kommentar und Leser_innenbrief gestritten.