Neues Statement zu Aktionen an wendländischen Ehrenmälern

Beschmiertes Ehrenmal in Güstritz trauert “Für die Heimat” (Quelle: EJZ)

Kurz vor dem staatlichen Volkstrauertag hat sich die “Gruppe ‘Deutschland, du mieses Stück Scheiße’, hurra”, die in den vergangenen Wochen Ehrenmäler im Landkreis umgestaltet hatte, erneut zu Wort gemeldet. In einem Schreiben auf dem linksradikalen Portal de.indymedia.org heißt es: “Wir haben in der Nacht auf den 17. November zwei Denkmäler im Osten sowie eines im Süden des Landkreises mit Farbe angegriffen. Wir hoffen, dass sich die Feiernden des Volkstrauertags am Sonntag beim Abwurf ihrer geschmacklosen Kränze und dem Absingen des Deutschlandliedes an den Farben und Farbresten erfreuen werden.” Man habe in den vergangenen Wochen mehr als ein dutzend der Anlagen attackiert. Continue reading

Aufruf: Man redet nicht mit Holocaustleugnern! Für die soziale Isolierung von Wilhelm von Gottberg (AfD), Landkreis Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen

AfD-Bundestagsabgeordeter Wilhelm von Gottberg aus dem Wendland

Für die “Alternative für Deutschland” sitzt sowohl im Bundestag, als auch im Kreistag von Lüchow-Dannenberg (“Wendland”), ein Holocaustleugner. Wilhelm von Gottberg hat am 6. Januar 2001 im Ostpreußenblatt den Holocaust mit einem in der Holocaust-Leugner-Szene beliebten Mittel geleugnet, mit dem er sich einer Strafverfolgung entziehen konnte. Er zitierte den italienischen Faschisten Mario Consoli mit den Worten: „Jeder noch so fadenscheinige Vorwand (…) ist gut genug, um den Holocaust in Erinnerung zu rufen. Die Propaganda-Dampfwalze wird mit den Jahren nicht etwa schwächer, sondern stärker, und in immer mehr Staaten wird die jüdische ,Wahrheit‘ über den Holocaust unter gesetzlichen Schutz gestellt. Der Holocaust muß ein Mythos bleiben, ein Dogma, das jeder freien Geschichtsforschung entzogen bleibt.” Hierzu fügte von Gottberg im Text an: “Wir haben dem nichts hinzuzufügen”, machte sich die Äußerung also aktiv zueigen. Weiterhin heißt es im angeführten Zitat: “Als wirksames Instrument zur Kriminalisierung der Deutschen (…) wird immer noch der Völkermord am europäischen Judentum herangezogen.” Seitdem hat von Gottberg nichts von dem Gesagten zurückgenommen und es mit vielen weiteren Taten und Andeutungen noch untermauert. So veröffentlichte die Zeit¹ im März 2017 die Worte von Gottbergs und ließ ihn dazu Stellung nehmen. Er habe sich für die Zitierung öffentlich entschuldigt, entgegnete er dort, wollte aber nicht angeben, wann und wo. Außerdem sprach von Gottberg im Nachhinein davon, das Zitat sei “etwas leichtfertig” gewesen, ohne irgendetwas zum Sachverhalt selbst zu sagen. Wir fordern nun endlich Konsequenzen. Wir verlangen das Ende jeglicher Kommunikation und Zusammenarbeit mit Wilhelm von Gottberg. Wir wollen dies im Folgenden begründen. Continue reading

AfD-Stiftung will in Lüneburg Geschichte verdrehen

Die Stiftung des Holocaustleugners und AfD-Politikers Wilhelm von Gottberg, “Bildung und Erinnerung“, möchte vom 16. bis zum 18. November in Lüneburg eine geschichtspolitische Tagung abhalten. Antifaschist_innen haben zur Behinderung und Verhinderung der Veranstaltung aufgerufen, mit der der ehemalige Vertriebenenfunktionär von Gottberg die dem rechten Vertriebenenspektrum zugeordnete, in Lüchow sitzende Stiftung der AfD näher rückt.

AfD-Bundestagsabgeordeter Wilhelm von Gottberg aus dem Wendland

Unter dem Motto “Keine Räume für Rechte” wenden sich die Antifas an das Tagungshotel Seminaris und fordern eine Ausladung der Stiftung mit dem ungewöhnlichen Geschichtsverständis. Für den Fall der Duldung von von Gottberg und seinen Leuten, heißt es in dem Schreiben: “In Lüneburg gehört es zur guten Tradition, dass Veranstaltungen von Nazis, Rassisten und anderen Rechten widersprochen und im Ablauf gestört werden.” Die taz stellte vor Kurzem in der Kolumne “Der rechte Rand” erneut von Gottbergs Äußerungen, Positionen und Tätigkeiten anlässlich der geplanten Tagung vor. Offiziell soll es bei der Tagung rund um den Volkstrauertag um die Revolution von 1918 gehen.

An besagtem 18. November wird es außerdem eine antifaschistische Kundgebung am Mahnmal für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Lüneburg geben. Hier provozierte die AfD in den vergangen zwei Jahren ebenfalls durch ihre Teilnahme an einer offiziellen Gedenkveranstaltung.

Antifaschistischer Stadtspaziergang zieht durch Lüchow

Am Sonntag sind Antifaschist_innen durch die Kreisstadt Lüchow gezogen und haben auf ansteigende Naziaktivitäten hingewiesen. Dabei ging es unter anderem um den regelmäßig stattfindenden Flohmarkt, bei dem NS-Antiquitäten verkauft worden sind.

Teilnehmer_innen des Stadtspaziergangs in Lüchow vor einem Grafitti mit der Aufschrift “Antifa Area”

In einem Beitrag auf de.indymedia.org beschreiben die Teilnehmenden die Aktion und zitieren den von ihnen verteilten Flyer. Darin schreiben sie unter anderem: “Wir nehmen es nicht hin, dass weder der Betreiber des Lüchower Flohmarktes die Einhaltung seiner eigenen Regeln zur Verbannung von Nazi-Kram vom Markt durchsetzt, noch, dass es offensichtlich keine Lüchower Bürger und Bürgerinnen tun.”

Altes Foto vom Lüchower Flohmarkt zeigt Verkäufer mit Reichsfahne

Nachtrag: Bericht der Elbe-Jeetzel-Zeitung

Farbattacken auf nationalistische Ehrenmäler im Wendland

Auf der linken Internetplattform de.indymedia.org hat sich eine “Gruppe ‘Deutschland, du mieses Stück Scheiße’, hurra” zu Farbanschlägen bekannt, die in der Nacht auf den dritten Oktober, dem Einheitsfeiertag, ausgeführt wurden. Im Schreiben heißt es zu den Mälern, sie überböten sich “gegenseitig an Widerlichkeit” und “stellen einen Schlag ins Gesicht aller Opfer der deutschen Angriffskriege dar”. Continue reading

Salzwedel: Polizei erlaubt Nazis Vermummung

Am 14.07.2018 fand in Salzwedel eine antifaschistische Demonstration als Antwort auf einen brutalen Angriff auf das Autonome Zentrum “Kim Hubert” statt. Dabei kam es zu einer Störaktion von 8 vermummten Neonazis. Auf einem Video ist zu sehen, wie ein Polizist die Störer anspricht und ihnen rechtswidrig zugesteht, ihre Gesichter zu vermummen. Die Nazis quittieren diese freundliche Geste lauthals mit einem “Danke!”. Die Szene im Video:

Solidarität mit den Widerstand leistenden Besetzer_innen des Hambacher Forstes

Kein Polizeieinsatz kann verhindern, dass sich die kapitalistische Produktionslogik ihr eigenes Grab schaufelt!

Seit Mittwoch, dem 13.09.2018, wird die seit sechs Jahren andauernde Besetzung des Hambacher Forstes bei Aachen durch Hundertschaften der Polizei geräumt. Statt diesen Einsatz wenigstens politisch zu begründen, erdreistet sich die CDU-geführte Landesregierung von Nordrhein-Westfalen dazu, den Brandschutz als Begründung für die Großmaßnahme gegen die Besetzer_innen vorzuschieben. Diese Räumung des Waldes aus plötzlich aufgetauchten, angeblichen Brandschutzgründen erfolgt im Nachgang eines Rekordsommers der Hitze und Trockenheit, der uns einen Vorgeschmack auf die zukünftigen, menschengemachten klimatischen Zustände gegeben hat und wegen dem es in ganz Deutschland zu großen Waldbränden und Evakuierungen von Siedlungen wie bei Potsdam gekommen ist. Diese Absurdität darf jedoch nicht verwundern: die rasant fortschreitende ökologische Krise ist einer der großen Elefanten im Raum, die unsere Zeit zu bieten hat. Würde man diese Elefanten in ihrer Banalität und Offensichtlichkeit anerkennen, stellte dies nichts minderes als die grundlegende Logik der kapitalistischen Reichtumsproduktion und -kontrolle in Frage: Continue reading